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Menschen entwickeln sich in der antwortenden, spiegelnden Anwesenheit anderer Menschen. Wenn Eltern z.B. selber als Kinder nicht ausreichend gesehen wurden, dann haben sie möglicherweise kein „inneres Modell“ dafür. Die Folge können verzweifelte Kämpfe um Bedürfnisbefriedigung und Anerkennung sein, Minderwertigkeitsgefühle, Machtbedürfnisse, Leere- und Einsamkeitsgefühle. Negative Aufmerksamkeit ist besser als gar keine. Übererregung wie Untererregung können in frühen, vorsprachlichen Erfahrungen begründet sein. Die Zeichen des Kindes müssen feinfühlig gelesen werden, d.h. dass der Erwachsene seine Reaktion an den Reaktionen des Kindes orientieren können sollte. Dazu müssen Erwachsene zufrieden und selber nicht zu sehr belastet sein, sie brauchen Verständnis und keine Vorwürfe. Eine sichere Bindung zeigt sich vor allem in der Wiederherstellung der Beziehung, wenn Missverständnisse oder Streit vorkommen. Es kommt auf die wechselseitige emotionale Erreichbarkeit von Eltern und Kind an.

Symptome verweisen auf Notsituationen, die von den Erwachsenen als solche wahrgenommen werden müssen. Sie haben einen tiefer liegenden psychischen Sinn und stellen Lösungsversuche für problematische Lebenssituationen und für emotionale Konflikte dar – auch wenn sie dann als störend oder behindernd empfunden werden. Sie verhärten sich, werden Teil eines Krankheitsmusters, wenn sie als Kommunikationsmittel ihre Wirkung verfehlen. Erst wenn der Betroffene selbst verstehen kann, wofür sein Symptom diente, und er emotional kräftiger geworden ist, die damit verbundenen Konflikte auszuhalten, kann er eine neue Lösung angehen.